основополагающий – grundlegend

Mein Traum aus Kindertagen begann mich zu rufen, als ich ungefähr zwölf Jahre alt war. Das Buch von Ottfried Preußler: „Die Abenteuer des starken Wanja“ hatte mich bereits vorher schon begeistert, aber Wanjas Ruf kam eines Tages so:

Ich vermute, es geschah ungefähr in der sechsten oder siebten Klasse. Ich saß am Fenster im Klassenzimmer in der Schule und der Unterricht langweilte mich – wie fast immer – völlig. Ich schweifte mit meinen Gedanken – wie so oft – ab in andere Welten. Damals war ich „Träumer“. In der Schule wurde ich häufig gestört und so wie andere Jugendliche sich zum Fußballspielen trafen, zog ich mich auf meinen Lieblingshochsitz zum Träumen zurück. Ich war ein guter Träumer, ich konnte Nachmittage lang träumen, ich sei Rockstar oder Jesus oder eine Jägerin in der Steinzeit oder ein moderner Religionsgründer oder ein Magier oder ein Abenteurer und Drachenkämpfer oder eine Fee oder ein Raumfahrer oder eine Kurtisane oder eine Hexe (=wissende Frau im Mittelalter) oder ein König oder ein Hofnarr oder ein Geheimdienstler oder … Ich spüre einfach im Bauch, was ich träumen wollte und dann gab ich mich hin, bis mich der Hunger, die Dunkelheit oder die Vernunft vom Hochsitz rief.

Dieses Träumen war halb wachend, halb schlafend oder dämmernd. Ich konnte die Richtung des Traumes steuern und doch „geschahen“ die Dinge auch ohne mein Zutun – wie im echten Leben … ich wurde im Traum angegriffen und musste mich verteidigen und konnte dort auch gestalten und walten … und ich konnte auch richtig böse Sachen machen, Dinge, die in der „realen“ Welt schwer bestraft werden …
Damals war ich unsicher, wie „frei“ ich beim Träumen war – ob das vollkommen getrennt vom „echten“ Leben war oder ob da eine Verbindung bestand, ob die Sachen, die ich träumte auch mein „reales“ Leben beeinflussten. Wie wirklich ist die Wirklichkeit? – diese Frage machte mich einsam.

Nun saß ich also im Klassenzimmer und fing „ungeplant“ an zu träumen. Und plötzlich war ich ein rotes Blutkörperchen und schwamm durch meinen Körper. Ich hatte volles Bewusstsein als rotes Blutkörperchen. Ich „wusste“, was eine Blutbahn ist und wusste auch, wohin die meisten Abzweigungen gingen. Ich konnte mich entscheiden, ob ich meinen Freund, die Knorpelzelle im Knie besuchen wollte und mit wem ich gemeinsam „zerfließen“ wollte.
Ich spürte die Notwendigkeiten des Lebens, d.h. ich transportierte schon auch mal etwas Sauerstoff und den einen oder anderen Botenstoff. Ich mochte es, durchs Herz katapultiert zu werden und mich in der Lunge zu erfrischen, ich war von der strengen Milz und der stressigen Leber nicht so begeistert– am liebsten forschte ich an den Grenzen meiner Welt – warum nur durfte ich in bestimmte Regionen, z.B. ins Gehirn nicht rein? An manchen Stellen schien das Licht von außen so erquickend …

Im schönsten Schwimmen durch meine eigenen Blutbahnen riss mich ein Gedanke jäh in die „richtige“ Welt zurück: was wäre, wenn wir Menschen auch „nur“ eine Art rotes Blutkörperchen wären?
Was wäre, wenn wir Menschen auch nur die Illusion einer Art freien Willens hätten und aber in einem größeren Zusammenhang eine wichtige, aber untergeordnete Rolle spielten? Wer oder was könnte der Organismus sein, für den und von dem wir leben?
Seit diesem Traum sehe ich die Welt mit anderen Augen. Es könnte ja sein, dass ich eine Art Blutzelle bin und den größeren Zusammenhang, in dem ich lebe, gar nicht verstehe.

Ab diesem Moment wusste ich zwei Dinge:

  1. ich brauche einen „Meister“, der mir den Weg weist. Gehen würde ich ihn dann selbst. Meine „magische“ Ausbildung habe ich in meinem ersten Buch „Tödliche Freiheit“ aufgeschrieben. Lies einfach selbst…
  2. Wenn alle „Stricke“ in meinem Leben reißen sollten, dann setze ich mir einen kleinen Rucksack auf und wandere von dort, wo ich gerade bin, einfach los nach Russland. Und dann immer weiter durch Russland…

Когда мой отец скончался в 2018 году, я почувствовал, что не могу жить как раньше.
«Ты следующий», – казалось, прошептал мне мой отец, шепча из другого измерения – что ты хочешь испытать в этой жизни?
Моя давняя детская мечта, путешествовать пешком по России, как сильный Ваня, постучала и спросила, когда, если не сейчас?
Потом сломалось еще несколько «веревок» (все канаты рвутся), и я вдруг понял: это зовет меня!

Als mein Vater im März 2018 verstarb, spürte ich, dass ich nicht so weitermachen kann wie bisher.
„Du bist als nächster dran“, schien mir mein Vater verschmitzt aus einer anderen Dimension zuzuflüstern – was willst Du in diesem Leben noch erleben?
Mein uralter Traum aus Kindertagen, das Wandern durch Russland, so wie der starke Wanja, klopfte an und fragte, wann, wenn nicht jetzt?
Dann rissen noch ein paar „Stricke“ und plötzlich wusste ich: es (ER/SIE) ruft mich!

Поэтому я отправился в Россию 5 ноября 2018 года.
Моя квартира сдана в аренду, а мои вещи хранятся в подвале.
В этот момент я благодарю моего смотрителя „Земо“.

So machte ich mich am 5. November 2018 auf meinen Weg nach Russland.
Meine Wohnung ist fest vermietet und meine Sachen sind im Keller verstaut.
Mein Dank an dieser Stelle gebührt meinem Hausmeister „Semo“.

            

Такой «публичный дневник» позволяет семье и друзьям – а также людям в пути, рассказывать о том, как идут дела со мной.
Я хотел бы предложить читателям возможность подумать об этом самим.
И я все чаще использую этот блог в качестве «справочника» … 🙂

So ein „öffentliches Tagebuch“ lässt Familie und Freunde – und aber auch die Menschen unterwegs daran teilhaben, wie es so weitergeht mit mir.
Ich möchte den Lesenden die Möglichkeit bieten, sich darüber ihre eigenen Gedanken zu machen.
Und ich nutze diesen Blog zunehmend selbst als „Nachschlagewerk“… 🙂

Когда я рассказываю о своем опыте в России, я часто сталкиваюсь с непониманием в Германии.
В немецких СМИ я вижу одностороннюю картину России.
С моим опытом, небольшими историями и мыслями из повседневной жизни я бы хотел несколько расширить взгляд Германии на Россию.

Wenn ich von meinen Erfahrungen in Russland berichte, stoße ich oft auf Unverständnis in Deutschland.
In den deutschen Medien wird ein in meinen Augen einseitiges Bild von Russland gezeichnet.
Ich möchte mit meinen Erfahrungen und kleinen Geschichten und Gedanken aus dem Alltag dazu betragen, den deutschen Blick auf Russland etwas zu weiten.

И наоборот, в России меня встретил чистый энтузиазм по отношению к Германии.
Многие собеседники не могли понять, что я добровольно покидаю «рай» … и нахожусь на гастролях в России.
Поэтому здесь я постараюсь нарисовать более реалистичную картину Германии …
Может быть, я могу внести небольшой вклад в строительство моста?

Umgekehrt schlug mir in Russland oft die pure Begeisterung über Deutschland entgegen.
Viele Gesprächspartner konnten gar nicht verstehen, dass ich freiwillig „das Paradies“ verlasse … und in Russland unterwegs bin.
So werde ich hier versuchen, ein etwas realistischeres Bild von Deutschland zu zeichnen…
Vielleicht gelingt es mir, einen kleinen Beitrag zum Brückenbau zu leisten?

Я медленно и постепенно расту в этой «духовно-шаманской» энергии и могу все больше интегрировать ее в свою повседневную жизнь.
Мое желание: сделать это понятным и доступным для других людей, чтобы иметь возможность поделиться этим …

Darüberhinaus versuche ich möglichst „nüchtern“ und sachlich über mein spirituell-schamanisches „Erweckungs-Erlebnis“ am Fluss Angara in der Mitte Sibiriens zu berichten.
Ich wachse langsam und Schritt für Schritt in diese „spirituell-schamanische“ Energie hinein und kann sie von Tag zu Tag mehr in meinem Alltag integrieren.
Mein Sehnen: dies für andere Menschen verständlich und zugänglich zu machen, es teilen zu können…

 

 

 

 

 

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