Moskau

Vor zweieinhalb Monaten fürchtete ich mich noch ein bisschen in der Metro in Moskau.
Jetzt konnte ich es entspannt genießen.
Ich musste niemand mehr fragen.
Und kam genau da raus, wo ich wollte: an der Lenin-Staatsbibliothek!

Dort habe ich jetzt einen elektronischen Ausweis, der alle Sicherheitsschleusen öffnet.
Und einen wunderschönen Arbeitsplatz – auch wenn die meisten deutschen Seiten durch den starken Filter nicht geöffnet werden können …

Moskau wirkt auf mich wie Paris:
Viele internationale Geschäfte und viel Straßenmusik …
und Tanz!
Auf dem roten Platz sind große Versammlungen von Menschen untersagt.
Deswegen bekamen wir unerwarteten Besuch.
Alle blieben freundlich und auf freiem Fuß!
All das kann ich schreiben, weil ich gerade bei einem sympatischen Ehepaar vor den Toren Moskaus zu Gast bin.
Sie lernen gemeinsam mit mir Russisch und ich darf an ihrem Laptop endlich mal wieder an meinem Blog arbeiten…
Das ist die Moskwa, bevor sie durch Moskau fließt …

Svetlana und ich haben sich im Russlandforum kennengelernt und haben uns viel geschrieben.
Auf der Rückreise hat es geklappt mit einem Besuch!
Ein ehemals altes Dorf – nun haben viele Moskwiter ihren Zweitwohnsitz hier …
Wieder zurück in Moskau habe ich vier Hostels ausprobiert.
Nun habe ich mich entschlossen, noch eine Woche hier zu bleiben:
im good-mood Hostel (meine Empfehlung für Moskau mit wenig Geld).

Ich fahre oft mit der Metro in verschiedene Richtungen ziemlich weit raus.
Dann laufe ich (bis zu 22 km mit dem Kompass) zurück ins Zentrum und entdecke jeden Tag neue Wege und Blicke …
Diese Brücke erinnert mich an „Pont Neuf“ in Paris.

Höhepunkt meiner letzten Tage war der Besuch eines Treffens des Moskauer Rotary Clubs „Humbold“ – im Internet hatte ich Zeit und Ort des Treffens gefunden und ging einfach hin.
Zum ersten Mal seit 80 Tagen verstand ich alles und konnte eintauchen in deutsche Kultur.

Und zum ersten Mal seit 80Tagen war ich als Gast (ohne Einladung …) nicht willkommen.
Wohin ich in Russland kam, egal wann, wo oder unter welchen Umständen – herzliche Gastfreundschaft empfing mich.
Doch die Rotarier schickten mich wieder weg – dies war eine super Vorbereitung auf meine Rückkehr nach Deutschland – wir haben einfach eine andere Gastfreundschaft-Kultur und darauf muss ich wieder einstellen!

Hier kann ich für die das Wieder-Eintauchen in deutsche Verhältnisse üben,
hier habe ich solche Augenblicke …
Vielleicht sind das die beiden grössten Unterschiede zwischen Russland und Deutschland:
In Deutschland gibt es bessere Straßen – und in Russland sind die Herzen offen!

Ich hab es wieder getan und ganz weit oben (diesmal 350 Meter hoch) gespeist.

Und dabei zwei volle Umdrehungen des Restaurants erlebt.

An einem meiner letzten Tage in Moskau bin ich doch noch einem echten Bären begegnet!

          

 

 

„gütiges Licht“ und „Johannisbeerchen“

Ich bin in Dobrosvet („gütiges Licht“) gelandet.
Mein zweites Anastasia Dorf nahe Krasnojarsk.
Ich blieb dort ca. vier Wochen, half verschiedenen Familien im Haushalt, Kinderbetreuung, auf dem Feld und im Garten.
Dort hatte ich nur Netz in 10 Meter Höhe auf dem Baum.

Darum kann ich nur wenig und vom Smartphone aus schreiben.
Heute bin ich in Krasnojarsk im Tattoo – Studio… mit WLAN!

Mein Weg dorthin war so schön wie es im Dorf ist.

und aufregend

und erfrischend

Im Wald fand ich seltsame Spuren.
Was sollte hier gebaut oder vergraben werden?

Südlich von Krasnojarsk ist ein Naturschutzgebiet.
Das war ein ganz besonderer Tag dort.

Ich fühlte mich an diesem Tag wie in der heimischen Alpen.

… wir blieben trocken

Mitte Juni wurde es richtig grün…

und alles fing an zu blühen!

Dann fand ich zu Fuss den Weg in das benachbarte Ökodorf Johannisbeerchen.

Dort bereiteten wir gemeinsam ein Fest vor.
Die Scheune wurde zum Kino und hier entsteht der Platz für den Beamer.

Russisch-deutsche Zusammenarbeit am Traktor aus China.

In Dobrosvet und Johannisbeerchen spürte ich, hier ist ein Platz, an dem ich meine Rückkehr nach Deutschland vorbereiten kann.

So oder ähnlich würde ich gern in Deutschland wohnen.
Also konnte ich um die Sonnwende herum schon ein bisschen üben und planen.