zurück in der EU, in Lettland!

Ich habe lange überlegt, wie es mit meinem Blog weitergeht. Der Blog war nicht nur für Freund/innen und Fans (Vielen Dank an dieser Stelle für die aufbauenden Worte!), sondern diente in Russland auch als eine Art „erklärende Eintrittskarte“.
Wenn ich mit Händen und Füßen nicht mehr weiterkam, reichte ich einfach mein Smartphone zum Lesen (auf Russisch) weiter und dann öffneten sich plötzlich Portale, wo vorher Gitterstäbe schienen…

 mitten in Moskau …
Nun bin ich zurück in der EU und möchte persönlicher schreiben, kann das aber selbst (plus Hilfe vom google translator) unmöglich übersetzen und habe noch keine/n zu mir passende/n Übersetzer/in gefunden…
Natürlich wünsche ich mir auch, ihr könntet die Fotos einfach größer machen und der ganze Blog wäre so ein schicker moderner interaktiver vielsprachiger Spielplatz wie ich immer wieder bei Kollegen bewundere
(und dann werde ich neidisch, obwohl ich doch stolz bin auf das, was ich hier immer wieder selbst schaffe …)

vor meiner Wohnung in Vecslabada (20 km von der lettisch-russischen Grenze entfernt)

nun, die einfache Lösung ist: es gibt russische und deutsche ganz eigenständige Beiträge, die nicht mehr „eins zu eins“ übersetzt sind.
So halte ich Kontakt nach Russland und kann auf Deutsch schreiben,
wie ich (jetzt zunehmend im Innen) fühle!

Jetzt sitze ich hier in „meiner“ kleinen leer stehenden Wohnung in Vecslobada in Lettland, umgeben von drei Seen, in der Küche an meinem alten Laptop.
Mir geht es gut hier, seit gestern habe ich auch zwei Fahrräder, die nutzen kann. So bin ich gestern einen Teil der Strecke, die ich im Winter gelaufen bin, abgeradelt.
Und die ganzen Erinnerungen waren wieder da! Ein tolles Erlebnis, für das ich dankbar bin.

da war ich schon mal (Bild ist bereits im Blog)!
Wer mir als erste/r einen sreenshot vom ersten Bild von diesem „Wohn-Ungetüm“,
die/den lade ich zum Essen ein!

In Russland habe ich mich kein bisschen einsam gefühlt, zu viele Herausforderungen warteten jeden Tag auf mich.
Hier ist nun „stationärer Alltag“, ich arbeite meine Reise auf, melde mich zurück, recherchiere, schreibe viele Mails …
manches war technisch in Russland einfach nicht machbar, hier füge ich Bilder in meinen Reisebericht ein, benenne Dokumente um und sortiere sie neu, stöbere in meinem elektronischen Archiv nach Inhalten, die ich in meinen werdenden Vortragsabend einbauen möchte…

Heute ist Sonntag, der zweite „freie“ Tag (die wunderbare Bibliothek mit „meinem“ Superrechner hat Mo-Fr von 8-16.30 geöffnet) und zum ersten Mal fühle ich mich (ein bisschen) einsam.
* Hallo Einsamkeit, fühle ich mich (zwei Stunden hatte mich die Einsamkeit ganz übel „gepackt“, selbst der Reflex „raus und laufen“ kam nicht, weil es draußen grad zu heiß für mich ist) gerade sagen, schön, dass Du da bist, ich bin nämlich ein bisschen allein. Hast du mir vielleicht was mitgebracht?
# Hmh, nirgendwo wo ich hinkomme, werde ich freundlich begrüßt, ich habe Dir mich selbst mitgebracht, ist das nichts?
* Klar. – Tee?
# Ja, gern.
… endlos (gefühlt) langes Schweigen …
* Ist das eigentlich ein Traumjob, den Du machst?
# Nee, ich muss ich mich jeden Tag neu anfreunden damit, und ziemlich oft bin ich neidisch auf die Schönheit und den Humor, und die sind auch noch happy zusammen und schreiben einen voll coolen Traumpaar-Blog mit 6,5 Trillionen Followern und ich komm mit den neuen Medien einfach nicht so zurecht …
* Nun, da geht es uns beiden ähnlich, wobei ich in Russland zwangsläufig viel dazugelernen musste, weil ich niemand um Hilfe fragen konnte.
# Na, Du bist heiter, wer will denn der Einsamkeit helfen?
* Stimmt, echt blöder Job, wie bist Du eigentlich dazu gekommen?
# Verschlafen – und dann war nichts mehr anderes übrig außer Fußpilz und Größenwahn …

Und in diesem Moment meines inneren Dialogs musste ich einfach über mich selbst lachen und hatte wieder Kontakt zu mir und zur großen Mutter …
… und fühlte mich wieder beschenkt mit mir selbst, hatte mich selbst wieder als Freund zu Gast. Und so war ich nicht mehr allein …

In Russland bin ich vielleicht deshalb so gut zurechtgekommen, weil ich dort einfach sein konnte, wie ich bin.
Die Eigenheiten, mit denen ich in Deutschland dauernd anecke, fielen in Russland gar nicht auf, weil tendenziell alle Menschen dort ein bisschen so sind wie ich, emotionaler, mit offenem Herz, mit mehr Zeit, mehr Neugier und viel weniger Komfort, Lebensplanung und multi-tasking …
Und in Russland gibt es keine Widersprüche, kein „dafür“ oder „dagegen“, Russland empfinde ich als riesiges „sowohl als auch“!

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