Der Mensch ist ein Kontext bezogenes Wesen. Der Mensch als soziales Wesen orientiert sich natürlicherweise an anderen Menschen, an seiner Umgebung. Die Eltern eines jeden Menschen, die Kultur, in der ein Mensch aufwächst, die Sitten und Gebräuche einer Gesellschaft – all dies ist Kontext. Kontext ist die scheinbare „Realität“, die unser Denken konstruiert, in die ein Mensch hineingeboren wird – Kontext ist die Welt, die ein neugeborener Mensch quasi „mit der Muttermilch“ aufnimmt. Kontext gibt dem Menschen Halt, Sicherheit und Geborgenheit

Orientierung

und gleichzeitig ist dieser schützende Kontext auch eine Art geistiges Gefängnis.

das besser erklären, warum…
es ist zu schnell nicht nachvollziehbar, warum das was ich jetzt anbietet auch irgendwann wieder zu eng sein wird…

Das gilt für jeden Kontext, d.h. es wird eine Zeit kommen, in der der hier vorgeschlagene „Kontext der Gleichzeitigkeit“ auch wieder zu eng wird …

Es gab in allen Zeiten und gibt in allen Gruppen, Institutionen, Netzwerken und sozialen Systemen „Denk-, bzw. Fühl-Schubladen“ – auf die sich Menschen kollektiv einigen und die dann nicht mehr in Frage stellen.
Zwei persönliche Beispiele: ich ging mehrere Jahre in eine selbstorganisierte Männergruppe und wir versuchten wirklich, unser Mann-Sein zu reflektieren. Wir wollten irgendwie „weicher“ werden. Aber eines hat sich in all den Jahren nicht geändert: wir waren Konkurrenten. Statt „wer hat den Längsten?“ kämpften wir nun um die Vorherrschaft in neuen Disziplinen wie „wer weint am meisten?“ oder „wer ist am hilfsbereitesten?“, etc…
Und in Russland haben die Menschen eine ganz andere Einstellung zu Bäumen und Wald als westeuropäische Menschen: in Russland sehen die Menschen im Wald Brenn- und Baumaterial und haben Angst vor den Bären, die dort leben. Derselbe Wald, den ich auf meiner Wanderung als „Heimat“ empfand, wird von den Menschen dort als bedrohlich und nützlich zugleich wahrgenommen.

Beispiele selbstbewusster ausführen, die sind gut
besserer Übergang

Die Sozialwissenschaft kommt aktuell zu dem Ergebnis, dass der einzelne Mensch sich „an seiner Nachbarschaft“ orientiert. Kontext als einerseits Halt und Schutz, gibt Geborgenheit, Bindung, Zugehörigkeit.

oben schon erwähnt, dort einbauen

Kontext andererseits als geistiges Gefängnis, als „Freiheitsberaubung“, als Einschränkung des menschlichen Bewusstseins-Wachstum – das ist eine ganz wichtige differenzierte Betrachtung.
Der Mensch hat beide Grundbedürfnisse: Bindung und Freiheit.
Gleichzeitig strebt der Mensch nach beidem.

dieser Satz gehört woandershin
Der Mensch als Wesen mag grundlegende Veränderungen nicht so besonders, und wenn sein Kontext angegriffen wird, dann wehrt er sich sich normalerweise.

über mich selbst neu schreiben

zu schnell zu nah, warum biete ich nicht einfach Beziehung an,

inspirierende Sichten …

Das war die Ausgangslage, als ich im Winter 2018 von Vilnius, Litauen über Lettland zu Fuß nach Russland wanderte: Mein altes Leben war zerstört, das war kein Urlaub, keine Auszeit, der war ein Plan B, wenn „alle Stricke reißen“ (und alles Stricke waren gerissen: Job weg, Beziehung vorbei, von Familie total isoliert, keine Freunde außerhalb der Selbsthilfegruppe und da wollte ich nicht mehr hin…) – ich hatte nichts zu verlieren!
Ich war zu Beginn verzweifelt, einsam, ich fror, ich war schlecht ausgerüstet und musste dauer- improvisieren, ich war allein zu Fuß mit Zelt in der Natur und einer mir fremden Kultur (fast ohne Sprachkenntnisse) unterwegs, jenseits von Wanderwegen, zu einer Jahreszeit, wo sonst niemand in den Wald geht oder durch den Wald geht (teilweise sprach ich nur beim Einkaufen „das, bitte“ und „das, bitte“ und „auf Wiedersehen“ während einer ganzen Woche) und ernährte mich unterwegs nur von Schwarzbrot, Hartwurst und Schokolade (viel Energiegehalt pro Gewichtseinheit und in jedem Dorfladen erhältlich – ich hatte sonst nichts dabei…)
Kurz: ich war so ziemlich komplett OHNE KONTEXT unterwegs.

Ich wusste nicht, warum ich mir das antue, ich hatte keine Ahnung, WARUM ich unterwegs bin, ich hatte auch kein ZIEL (außer Russland zu erreichen, das mir damals noch Angst machte), es gab keinen GRUND. Ich fragte mich aber die ganze Zeit: wer bin ich, warum tue ich das und wo soll das hin führen – bis ich irgendwann damit aufgehört habe, weil es keinen Sinn machte, schlechte Laune verbreitete und keine Antwort auch nur ansatzweise am Horizont zu erhaschen war.

Das war hilfreich, denn nun sprach ich halt mit dem Wald, fand auf einmal querfeldein die tollsten Wege aus dem Bauchgefühl heraus, folgte den Tierspuren, spürte eine innere Stimmigkeit (verbunden und frei) im bloßen Unterwegssein.
Und dann begann ich plötzlich, unerwartet und ungefiltert (vielleicht wie eine Art „menschliche Antenne“, die bislang nur Rauschen empfing) innere Bilder, Botschaften zu empfangen, die ich hier teilen möchte.

In einem anderen Kontext sind Krisen immer ergebnisoffene Chancen. Die Menschheit als kollektiver Organismus kann scheitern. Vor lauter Sendungsbewusstsein stehen viele Menschen unter totalem Stress. Es soll von allem immer noch mehr geben, es soll immer alles noch besser werden. Schon immer, zu allen Zeiten, hielten sich die Menschen für die Krone der Schöpfung – die Menschen in 500 Jahren werden über uns so lachen wie wir heute das Mittelalter lächelnd betrachten…

das ist ein perfektes Beispiel von versteckter Wertung und NICHT Augenhöhe, und das ist auch keine Liebevolle Haltung

Aktuell ist die Menschheit im Kontext des „Glücks“ gefangen, alle wollen „gut“ sein, jeder will die Welt retten – dabei ist die Lösung vielleicht in jedem Menschen selbst versteckt.
Oswald Spengler wusste schon vor 100 Jahren, dass das Abendland untergeht – vielleicht muss das Abendland jedoch IN jedem einzelnen Menschen untergehen, im INNEN, nicht im Außen. Das Abendland mit seinem Glück auf Kosten anderer kann nicht verstehen, dass in jedem Menschen, der mir begegnet, die Chance versteckt ist, etwas dazuzulernen, die Welt mit den Augen des Gegenübers zu sehen. Sich weiter zu entwickeln, innerlich zu wachsen – weil im Außen gerade Umdenken angesagt ist und es neuen Kontext dafür braucht.

dieser Absatz ist an der falschen stelle, gehört woanders hin

Nicht nur der einzelne Mensch muss aus dem „System“ raus, sondern das „System“ muss auch aus den Menschen raus.

auch wenn das ein gutes Satz ist, ist es noch etwas komplexer
warum mache ich die Dinge so kompliziert, wo will ich eigentlich genau hin???

Dann wird es Raum für eine neue Entwicklungsstufe der Menschheit geben.
In dieser neuen Entwicklungsstufe – so meine innere Schau, mein Spüren – öffnet sich in jedem Menschen RAUM. Das Ich wird fluide, das Ego muss nicht mehr so viel Angst haben. Das tut weh, dieser Prozess, er ist mit viel Schmerz verbunden, dieser Ich-Tod.
Doch die Menschheit hat die Chance, einfach „in Liebe“ zu leben, wobei Liebe eben nicht gleichbedeutend mit Glück ist – sondern Liebe ist die Bereitschaft zu leiden, Schmerz auszuhalten, um sich zum Licht hin zu entwickeln, um das Bewusstsein zu erweitern, um den Kontext des „Rund-um-die-Uhr-Glücks“ hinter sich zu lassen und am Ende eines zugegebenermaßen schmerzhaften Prozesses tiefe innere Zufriedenheit im Bewusstsein des eigenen Wachstums zu erleben.

Wachstum ist oft mit Schmerz verbunden, diesen Schmerz zu lieben, sein zu können mit dem was ist … aufhören im Kontext von „gut und böse“ zu bewerten – das öffnet neuen RAUM für eine weiterentwickelte Menschheit.
IN jedem Menschen ist Orientierung und Kraft, die dann keine magischen Rituale oder große Geschichten oder Mehrheitsbeschlüsse mehr braucht – sondern es entsteht ein organisches Zusammenwirken wie die Zellen in einem Organismus.
Ein festes Ego, das Ich, erzeugt Angst, sucht Macht oder Unterwerfung.
Ein fluides Ego ist fähig, eine neue organisch-anarche Organisationsform – nicht hierarchisch, sondern anarchisch – wie die Zellen eines Körpers jedes an seinem Platz. Ich glaube zu spüren, dass wir Menschen, so wie wir naturverbunden, magisch, mythisch oder rational lebten, bzw. leben, so könnten wie auch sein wie Zellen in einem Organismus.
Der Mensch hat dann keine Angst mehr vor dem anderen Menschen, weil beide ja „Zellen“ desselben Organismus sind. Diese Zellen (Menschen, die sich selbst achten und dank dieser Selbstachtung weniger von Anerkennung von außerhalb abhängig sind) organisieren sich über Osmose, über unterschiedlich durchlässige Zellmembranen. Menschen sind einfach im Austausch miteinander, so wie Zellen in einem Organismus.
Diese Zellen kennen ihr eigenes Bedürfnis – aber vielleicht kennen sie NICHT das Bedürfnis des größeren Organismus, dessen Teil sie sind. Das reibt sich natürlich mit der aktuellen Weltsicht, dass der Mensch die Krone der Schöpfung sei… Besonders der Kontext der „Lebensglücksoptimierung“ steht da echt im Weg. Nicht alles, was sich für den einzelnen Menschen gut anfühlt, trägt zur eigenen Heilung, zum eigenen Wohlbefinden bei.

Das neue Zeitalter wird das Zeitalter des Willens sein, der Wille in jedem Menschen ist heilig, der Wille des Menschen ist sein Himmelreich, er kann Berge versetzen und die einfache Formel des neuen Zeitalter lautet: Tu was Du willst.
Doch diese Schwelle kann erst nach genügend „erledigten“ Hausaufgaben IN jedem Menschen überschritten werden. Jedes Trauma, jeder nicht aufgelöste Schmerz, jede Unehrlichkeit vor sich selbst, jede Überheblichkeit hindert die Menschheit wirklich EINS zu werden, zu einem großen Organismus zusammenzuwachsen und zusammen weiter zu wachsen. Das ist ein komplett neuer gesellschaftlicher Kontext!
Noch sehen Menschen in ihren Gegenübern letztendlich Konkurrenten, ja sogar „tickende Zeitbomben“, die Menschen haben Angst voreinander:

  • psychische Zeitbomben, die Terror verbreiten
  • physische Zeitbomben, die Keime und Viren verbreiten.

Und doch die Tür (noch) offen, dass jeder Mensch in sich RAUM entdeckt, sein kann, mit dem was ist und (endlich) aussteigt aus dem Kontext der Angst (das Ich bringt automatischerweise die Angst hervor, wenn es zu starr wird).
„Angst essen Seele auf“ – auch Angst kann süchtig machen und in diesem Fall wird die Menschheit sich zu Tode sichern.
In einem neuen Kontext wird die Menschheit rationales Sicherheitsbestreben sowie z.B.  Höflichkeit kennen und schätzen – und gleichzeitig wird das ganzheitliche Spüren (quasi die menschliche Osmose-Funktion) genauso wichtig und regelt auf eine neue Art und Weise das zwischenmenschliche Miteinander.

Hierfür gilt es, Schritt für Schritt einen gesellschaftlichen Kontext zu entwickeln, der diesen Prozess kollektiv ermöglicht. Dabei ist natürlich klar, dass jeder individuelle Weg ganz unterschiedlich ist – und doch gibt es meines Erachtens „Spuren“ für alle Menschen, z.B.

  • bewusster Umgang mit dem CHIP – digitale Süchte in den Griff kriegen für weniger Oberfläche und mehr Tiefe
  • bewusster Umgang mit dem eigenen Körper und der umgebenden Natur (Ernährung, draußen sein, Gym, Med, etc.) – einfach leben
  • bewusster Umgang mit Zeit („innerhalb“ und „außerhalb“ der rationalen Zeit) – zufallsanfälliges Leben
  • bewusstes Beobachten der eigenen Realitätskonstruktion (Bewertungen…) – Umgang mit Richtig und Falsch – bzw. sein können mit dem was ist
  • lernen allein sein zu können, ohne die Ablenkung durch andere Menschen (und wenn es auch Streit ist, es ist für viele Menschen besser als allein zu sein) – all ein(s) sein

Diese Liste sollte irgendwann mal so lang sein, dass jeder Mensch einen inspirierenden Startpunkt für den eigenen Weg zu sich selbst hin findet.

Und es gibt tolle Vorträge, tolle Seminare, tolle Ausbildungen, tolle spirituelle Lehrer, tolle Coaches, Psychotherapeuten, tolle Kliniken, tolle Gemeinschaften, tolle Wege der Bewusstseinserweiterung, tolle Bücher, ja ganz tolle Bücher, es gibt irre viel – aber ich glaube, den einen KÖNIGSWEG kann es nicht geben.

ich gehe meinen Weg
ich bin auf meinem Weg
ich trage den Weg in mir
ich bin mein Weg