Heute betrachten wir lächelnd, dass im Mittelalter erfolgreich Löcher in Köpfe gebohrt wurden, um böse Geister loszuwerden. Sind wir heute wirklich wesentlich weiter?
Vielleicht haben wir immer noch nicht wirklich verinnerlicht, dass wir Menschen ständig lernen? Wie werden wir in 200 oder 2000 Jahren auf den Beginn dieses „dritten Jahrtausends“ zurückblicken, wo wir immer fester an die Wissenschaft glaubten und dachten, (fast) alles zu wissen?

Hierzu ein paar Gedanken von mir, die mit denen ich mich auf meiner Wanderung „im Dialog“ befand:

Vor noch wenigen zehntausend Jahren zogen die Menschen als Stämme, als Gruppe gemeinsam durch eine unbarmherzig erscheinende Natur. Der Einzelne konnte ohne seinen Stamm, seine Gruppe nicht lange überleben: es gab keine Krankenversicherung oder Einkaufsmöglichkeiten. Alles wurde selbst hergestellt, auch Werkzeuge und Medizin. Es gab einzig den Stamm, in dem das jeweilige Individuum unterwegs war. Das Individuum konnte diese „systemrelevante“ Zugehörigkeit nicht in Frage stellen – ein Überleben war damals auf Dauer nur in der Gruppe möglich.

Vielleicht haben sich die Menschen damals ganz anders gefühlt als wir heutigen Menschen? Vielleicht fühlten sie sich als Teil eines größeren Ganzen (des Stammes), einem WIR, das größer und wichtiger angesehen wurde als das ICH?
Vielleicht gab es kaum individuelle Betrachtung von Richtig und Falsch, es gab nur das, was gut für den Stamm, gut für das WIR war?

Ich war teilweise auf meiner Wanderung (bis auf meine Einkäufe unterwegs – jedoch ohne verbale Verständigung) bis zu zehn Tage komplett allein. Jede Zelle meines Seins schien sich nach Zugehörigkeit zu sehnen…

Die Welt, die Natur, in der sich die damaligen Bewohner bewegten, war gefährlich und magisch zugleich. In der Eingebundenheit und Zugehörigkeit zur Gruppe, zum Stamm war kaum Raum für individuelle Entfaltung. Der Stamm, die Gruppe, die Gemeinschaft war immer das bestimmende Element. Auch konnte die Handlungsweise eines Stammes nicht wirklich vom Einzelnen hinterfragt werden, weil ja das eigene Überleben von der Gruppe abhing.

In der aktuellen Zeit ist das Pendel über Jahr(zehn)tausende an Entwicklung weg von der Gemeinschaft hin zum Individuum umgeschlagen. Das Individuum, der einzelne Mensch steht nun im Mittelpunkt.
Von den Möglichkeiten als Individuum her ist diese Entwicklung grandios. Doch die Gemeinschaft, der Stamm, die Menschheit ist nicht handlungsfähig als Ganzes. Da das Überleben der Menschheit nun aber wieder auf dem Spiel steht, ist vielleicht eine Art Rückbesinnung auf kollektive Werte zu beobachten?
Zu dieser Rückbesinnung auf das Kollektive rechne ich auch die aktuell ansteigende Sehnsucht nach Identität und Nationalstaatlichkeit…

Oft habe ich mich einsam gefühlt allein unterwegs – aber immer öfter entstand aus der Einsamkeit ein Gefühl der allumfassenden Verbundenheit. Hieraus entstand folgende Wahrnehmung:

Als Mensch bin ich vielleicht GLEICHZEITIG eigenverantwortliches Individuum UND Teil eines größeren Ganzen, Teil eines lebendigen Organismus: ein Teil zweier Beziehungspartner, ein Teil meiner Freundes-Gruppe, meines „Stammes“ (d.h. meinen „virtuellen sozialen Kontakten“), meines Volkes, ein Teil der Menschheit?
Diese Gleichzeitigkeit von Individuum und Gemeinschaft ist unbequem bis unbegreiflich. Als Teil der Menschheit begegne ich dem klimatischen Wandel natürlich anders als als komfortbedürftiges Individuum mit vielen Gewohnheiten und Überzeugungen?

Die Sozialwissenschaft behauptet, das Individuum orientiert sich schlicht und ergreifend an seinem Nachbarn, bzw. an seiner Nachbarschaft. Die lange Zeit des Umherziehens in einem Stamm mit 80-300 Menschen ist vielleicht tief in unseren Genen gespeichert bzw. hat sich vielleicht tief in unser kollektives Unbewusstes eingegraben?
Allerdings leben wir heute durch technischen Fortschritt vielleicht in einer Art „erweiterterten Nachbarschaft“, die uns vertraute Größe von 80-300 Menschen lässt sich nun auch weltweit verstreut in einer Gruppe bei facebook als virtuelle Nachbarschaft fühlen?
Insofern ist es vielleicht nachvollziehbar, das in der aktuellen Krise der „gefühlte“ Sprung von einer 80-300 starken Gruppe auf die ganze Menschheit zu groß ist und so die Nation als nächst kleinere Größe in der heutigen Zeit für viele Menschen eine ganz neue Wichtigkeit gewinnt?

Ich konnte je länger ich unterwegs war, zwischen dem Gefühl, ein Individuum zu sein und GLEICHZEITIG Teil von etwas Größerem zu sein, hin und her schalten. Meine Zellen schienen mit dem Wurzelgeflecht der Taiga zu kommunizieren und ich war als eine Art Zeuge dabei…

Das Pendel zwischen der Orientierung an kollektiven und individuellen Werten schwingt unaufhörlich hin und und her – das einzig stetige ist der Wandel.
Alles befindet sich im Fluss. Nun ist der Wunsch nach einer kollektiven Identität wieder größer, es ist vielleicht schlicht menschlich, denn das Individuum möchte gleichzeitig eben auch Teil eines größeren Ganzen sein, will sich zugehörig und eingebunden (und damit sicher!) fühlen … und nicht nur frei … (und damit unsicher)?
Die Quantenphysik hat unser Weltbild in Frage gestellt, aber sie ist vielleicht noch lange nicht im Alltag unserer „normalen“ Welt angekommen? Wie gehe ich als Mensch mit der „Unschärfe“ zwischen meinem Empfinden als Individuum und gleichzeitig als Teil eines größeren Ganzen im konkret gelebten Alltag um? In der aktuellen Krise scheint die Rückbesinnung auf nationale Werte für die einen Rettung, für die anderen Gefahr?

„Das Gegenteil einer großen Wahrheit ist eine nicht minder große Wahrheit“ (auf Seite 52 in meinem ersten Buch „Tödliche Freiheit“ erzählt er mir von den Gegenteilindiandern) war das lakonische Mantra meines Meisters, der am Ende keiner war. Und vor dem ich mich heute innerlich dankbar verneige. Wie passt das alles zusammen?
Meine Frage lautet: Kann die Gleichzeitigkeit (hier zwischen Individuum und Kollektiv) als die quantenphysikalische Betrachtung des Menschseins gelten? Und wie sähe das im Alltag aus? Welche Form von Kommunikation würde sich entwickeln?

Ich hatte rein äußerlich wenig zu tun, es war so kalt, dass ich mich immer bewegen musste und in der langsamen Bewegung des Wanderns öffneten sich mir Bewusstseinszustände, die ich durch Meditation noch nicht erreicht hatte.

Warum lernt die aktuelle Schülergeneration noch immer dieselbe Newton´sche Physik, die schon mein Großvater gelernt hat? Warum kommen die Erkenntnisse der Quantenphysik nicht in den Schulen, im Mainstream an?
MATERIE HAT GEISTIGEN URSPRUNG (Max Planck), d.h. Materie und Schwingung sind die beiden unterschiedlichen Seiten derselben Medaille?

Und warum beschränkt sich unsere Betrachtung aktuell auf die Materie ODER die Schwingung? Viele spirituelle Menschen wissen, „alles ist mit allem verbunden, alles ist Schwingung“ und doch bleibt gleichzeitig die Betrachtung von der materiellen Seite ebenso wahr …

Ich fing an, den „richtigen“ Weg in mir zu spüren, ich begann Kontakt zu meinen Ahnen zu spüren. Damals gab es keine Karten oder Kompass oder gar GPS, aber vielleicht eine Art „kollektives Gedächtnis“? An dieses „kollektive Wege-Gedächtnis“ schien ich mich anschließen zu können … und überprüfte nur noch hin und wieder mit Karte und Kompass meinen jeweiligen Standort. Ich orientierte mich „aus dem Bauch heraus“.

Aus dem östlichen Kulturkreis schwappt aktuell „ganz neu“ die Idee des „Waldbadens“ zu uns. Dabei wusste schon Platon, dass einfache Bewegung (Wandern?) draußen mit gleichzeitiger Betrachtung der Natur Informationsprozesse auslöst. Er beschrieb die Natur als einen „Brief Gottes an die Menschen“. In der heutigen Zeit geht die Menschheit etwas ruppig mit diesem „Schriftstück“ um…?
Gedanken, Betrachtung, Bewusstsein – alles ist verbunden UND schafft Verbindung! Die Quantenphysik wird auch die „Physik der Beziehungen“ genannt… – wenn auch ein „quantenverschränkter“ Kosmos etwas Bedrohliches für mich hat …

Dann tauchte eine völlig neue Form der Kommunikation in mir auf: Menschen besuchten mich „im Geiste“. Ich konnte mit ihnen „sprechen“ und sowohl ihre Fragen als auch ihre Antworten schienen nicht aus mir zu kommen, sondern von woanders her. Es war kein „sich in jemanden hineinfühlen“, sondern eine teilweise völlig offene Kommunikation mit überraschenden Wendungen.

Ist eine Kommunikation (darum geht es ja vor allem in gelingenden Beziehungen) jenseits von richtig und falsch, jenseits von Recht haben wollen und Überzeugung meines Gegenübers in der realen Welt möglich?
Immer verbunden mit dem quantenphysikalischen Gedanken, dass ein „richtig“ hier an einem anderen Ort nicht mehr „richtig“ sein kann.

Ist die Trennung zwischen Dir und mir gleichzeitig Realität und Illusion?
Ist auch hier die Gleichzeitigkeit zwischen dem Genuss, recht zu haben und der Möglichkeit des inneren Wachstum möglich?
Einerseits bezieht der Mensch vielleicht lebenswichtige Anerkennung aus dem Gefühl „recht zu haben“ und andererseits ist es gleichzeitig lebenswichtige menschliche Weiterentwicklung zu lernen, jenseits von richtig und falsch zu kommunizieren?
Ist es möglich, dass ein Mensch seine Überzeugung beobachten kann? Das er sie gleichzeitig „haben“ und in Frage stellen kann? Dass ein Mensch Recht haben und Falsch liegen kann – zugleich?

Und eine konkrete Frage, die ich mir persönlich stelle:
Was bedeutet dies zu Ende gedacht für die Kommunikation zwischen linken und rechten Gemeinschaften?

  • Hierzu eine Geschichte:
    Eines Tages kommt ein Mann zum Rabbi. Er hat Streit mit seinem Nachbarn. Wortreich erzählt er sein Anliegen und der Rabbi gibt ihm recht.
    Da taucht ebenjener Nachbar auf und schildert die Dinge aus seiner Sicht.
    Der Rabbi blickt etwas besorgt und gibt dem Nachbarn auch recht.
    Das bekommt ein Händler mit und beschwert sich nun beim Rabbi, wie es dann sein könne, dass er zwei entgegen gesetzten Meinungen jeweils recht gibt.
    Da beginnt der Rabbi zu lächeln: „Mein Sohn, da hast auch Du recht…“

Durch unsere weit entwickelte menschliche Sprache sind einerseits differenzierte Betrachtungen möglich – doch ohne das Spüren, was kommt beim Gegenüber an Information an, können Missverständnisse entstehen. Wie könnte eine Sprache beschaffen sein, in der sich Menschen gleichzeitig ausdrücken UND spüren?

Vielleicht sind wir alle Kinder Gottes und in jedem von uns steckt ein göttlicher Funke. Das würde bedeuten, dass in jedem unserer Gegenüber ein Funke wohnt, der auch in uns selbst wohnt. In Russland habe ich mich manchmal nur mit den Augen, Händen und Füßen verständigen können, wir haben viel mehr gelacht beim „Reden“ als hier in Deutschland bei einer normalen Unterhaltung lache – andererseits sind die hier getroffenen Vereinbarungen deutlich belastbarer (wenn man sich wirklich verständigen konnte…).
In jedem Missverständnis in Russland begegnete ich bei genauerer Betrachtung einem inneren Sehnen, das mich „die Dinge so verstehen hatte lassen“, wie es mir am besten in den Kram passte … dadurch konnte ich mir selbst ein bisschen mehr auf die Schliche kommen!

Da fällt mir eine andere Geschichte ein, die ich auch mag:

  • Es geht die Sage, dass die großen Mütter einst vor der Entscheidung standen, wo sie die größte Kraft des Universums verstecken sollten, damit der Mensch sie nicht finden könne, ehe er reif sei, damit verantwortlich umzugehen.
    „Auf dem Mond“, meinte die erste, „im Erdinneren“, die zweite, „in den weißen Mäusen“, die dritte, aber keine konnte die anderen so recht überzeugen.
    Da meinte die vierte, „lasst uns diese Kraft im Menschen selbst verstecken.
    Er wird dort niemals danach suchen, ehe er nicht reif ist, den Weg zu sich selbst nach innen zu gehen.“

In der Verbindung von Innen und Außen, von Herz und Kopf, von Individuum und Gemeinschaft durch diese Verbindung entsteht vielleicht Gleichzeitigkeit und daraus große Kraft?
In der Auflösung der Grenze von DU und ICH beginnt für mich etwas, das ein erster Hauch in Richtung (mutter-göttliche) Wahrheit sein könnte?

Die Betrachtung der Welt meines Gegenübers ist letztendlich genauso wenig wahr, wie es meine ist. Das heißt nicht, dass wir die Welt nicht betrachten und davon erzählen sollten, aber es sollte immer noch Platz für die Wahrheit meines Gegenübers oder vielen anderen Wahrheiten bleiben.
Ich bin Teil von etwas größerem, meine Wahrnehmung ist wichtig und nützlich für viele, wenn sie „die Wahrheit“ wird, dann ist es nur eine neue Religion, dann unterwirft sie andere Wahrheiten anstatt im Austausch zu sein. Demokratie geht über die Quantität, das ist eine wichtige Dimension, aber die Mehrheit kann fürchterlich irren.

Einen Raum ohne Denkverbot oder Meinungsäußerungsverbot, einen Raum jenseits politischer Korrektheit und (manchmal praktischem, weil ich mir dann selbst keine Gedanken machen muss) Mainstream-Fühlen.und.Denken, einen Raum jenseits von Richtig und Falsch. Einen Raum, der die Tore zwischen den Dimensionen öffnet und für jeden etwas anderes erlebbar macht.
Diesen Raum erträume ich schon seit ich Kind bin, was habe ich mir die Schule als einen solchen Raum gewünscht, nicht einer steht vorn, „hat die Macht und Recht und nachmittags frei“, sondern einen Raum zu sein wie jeder und jede und jedes ist und sein darf.

Verschiedene Versuche von mir, ein solches „Raum-Projekt“ zu ermöglichen, sind bislang gescheitert. In Russland rief es mich, nicht aufzugeben!

konkrete Spuren, die in diese Richtung führen könnten (Schlagworte, sorry)
EINFACH LEBEN:

Subsidiarität: Selbsthilfe, Familie, Großfamilie/Freundeskreis, Stamm/Dorf, Region, usw.

Permakultur: das Bestehende nutzen und behutsam umformen: Schritt für Schritt in Richtung Nachhaltigkeit transformieren

Selbstversorgung: ca. 50% Unabhängigkeit ist bereits in Haus und Garten möglich – Autarkie in der Region?!

Mittendrin =Altenhilfe vor Ort + das was im Ort fehlt, z.B. Kindergarten, Laden, Wirtschaft, etc.

Geldsystem überwinden: alles, was geht teilen: Ideen, Infrastruktur, etc.
–> gelingende Beziehungen im Bewusstsein EINS zu sein?

Wir sind Eins (vgl. Bibel und Quantenphysik) Identität plus Quantenbewusstsein: Alles ist mit allem verbunden. Auch Gefühle, Gedanken, Betrachtung und Bewusstsein – lösen „quantenverschränkte“ Informationsprozesse aus

Wer am „verbundenstens“ ist mit der Quelle, dem Universum, Gott, der großen Mutter… der oder die führt. Spüren, ob es EGO-basierte, Gewohnheits-basierte oder kosmische Führung ist, aus der Menschen schöpfen!
Unterbrechen wir uns! Wer verbunden ist, wird nicht unterbrochen, vielleicht ist es so einfach?

Es geht vielleicht um zwischenmenschliche Zugehörigkeit, um institutionelle vorgegaukelte Sicherheit in einem zusammenbrechenden System und um eine neue Form der Kommunikation, den anderen ohne Worte spüren und doch Worte austauschen!

Kollektives Bewusstsein – lernen, das eigene Fühlen und Denken zu hinterfragen und das kollektives Bewusstsein zu beobachten
=> Bewegujng mit Betrachtung der Natur 🙂

Impuls, den eigenen Weg zu gehen, den eigenen Platz in der Gemeinschaft zu finden: allein sein können.
Die Harmonie zwischen Individuum und Kollektiv findet sich vielleicht im Umgang mit Konflikten (=Geschenke:)?
Reiz-Reaktions-Modus (vgl. Instinkt, nicht anders können, keine Wahl…) vs. „Konfrontierbarkeit“, bzw. „Prozess-Fähigkeit „als Ausgangspunkt?

kein Protest GEGEN etwas, sondern WILDWUCHS: Neues wagen, neue Wege gehen, einfach leben!