Halleluja, wir haben einen Konflikt! Oder wir haben etwas zu tun?
Heureka, lass uns loslegen, wir sind Menschen, wir sind soziale Wesen!
Lass uns was leckeres zusammen kochen für die Feier gleich, denn wir werden was lernen – wir werden uns aneinander reiben und dabei etwas neues über uns selbst und unser gegenüber lernen!
Wir lieben es zu lernen! Halleluja, es ist kein alles-wird-gut-Mutterbauch hier?!

das ist wahre tiefe Liebe hier, Liebe die nicht weggeht oder aufhört, wenn es schwierig wird, Liebe, die nicht wegschaut, nicht alles „bewertungsfrei“ toleriert, nicht ein Glücks-Pflaster drauf klebt – sondern die den Konflikt aushält, austrägt und damit Reibungsflächen neu definiert und integriert (Permakultur-Ansatz).

  • wir können im Bewusstsein zusammen zu wachsen zusammenwachsen
  • wir können uns selbst besser kennenlernen und unsere seelischen Verletzungen aus der vergangenheit ein bisschen öffnen, um Luft dran zu lassen, damit sie endlich heilen können – anstatt unter unserem Panzer oder unter unserer Lächel-Maske vor sich hin zu modern und ständig Energie aus unserem Immunsystem abzuziehen…

Körper-Konfrontation

Der heutige westlich geprägt Mensch fühlt sich nicht mehr im Körper zuhause (Stufe 2), ist kein wesentliches Rädchen einer großen Geschichte (Stufe 3), sondern ist im Kopf, im Gehirn (Stufe 4): ich denke, also bin ich (Descartes)

Dieses „ich steuere meinen Körper“ statt „ich bin“ mein Körper verlagert den Ort, an dem Konflikte sowohl abgespeichert als auch ausgetragen werden.

Anstatt sich gemeinsam zu schütteln (raus aus der Konflikt-Starre) und sich körperlich / spielerisch ein bisschen auszutoben, setzt sich der heutige westlich geprägte Mensch in den Kreis oder noch schlimmer sich gegenüber und will reden, oder versucht zu reden.

Dabei löst sich der Konflikt nicht wirklich, sondern wird umgangen. Die Konfliktparteien finden einen UMGANG miteinander, anstatt den Konflikt aufzulösen und die frei werdende Lebensenergie in Neues zu transformieren.

Erfahrungsraum Gleichzeitigkeit

  • ist eine „software“ wie ubuntu: opensource (und ein besserer Name wird sich noch finden – Arbeitstitel: wirbel des seins)
  • 6-8 Personen kommen zusammen (wie ein christlicher Hauskreis oder ein Spieleabend oder Literaturzirkel, etc.)
  • Menschen kommen auf Augenhöhe zusammen (selbstorganisiert – wie Zellen in einem Organismus) – alle Teilnehmen sind mal Gastgeben und Impulsgeber

Ablauf (Vorschlag):

  1. zu Beginn Stille, den eigenen Atem spüren, spüren, wo komme ich her (entspricht der Stufe 1, dem Impuls)
  2. dann „ein Wort / eine Bewegung / ein Klang“ – ich mach mich sichtbar für die anderen Zellen, ich zeige mich (von 1 Sekunde bis 8 Sekunden)
    – damit lässt sich dann in der Gruppe spielen: z.B. dieses Wort/Bewegung/Klang wird vom Individuum festgelegt und die Gruppe wiederholt es (vielleicht mehrfach), es kann ein Tanz entstehen, oder ein Chor oder eine Choreographie, es soll Individuum und Organismus beginnend verbinden
    (entspricht der Stufe 2, dem naturverbundenen Mutterbauch)
  3. dann würde ich ja gern „ich lebe mein leben“ singen, und jeder Kreis wird was anderes an dieser Stelle machen – das ist die Phase der „Kinderschuhe“ der Gemeinsamkeit … – erleichternd, weil das wirklich jedes Mal dasselbe ist, die Seele kann sich darin ein bisschen entspannen und in der Gruppe ankommen…
    (entspricht der Stufe 3, der Geschichte, die Beziehung schafft)
  4. dann zwei Runden, in denen ich mich äußern darf, aber nicht muss (was will ich teilen, wo bin ich vielleicht bedürftig, etc.)
    (vielleicht mit Redestab oder ähnlichen Hilfsmitteln):
    – ein Feuerwirbel: was beschäftigt mich grad im AUSSEN
    – ein Wasserwirbel: was beschäftigt mich grad im INNEN
    (entspricht der Stufe 4, dem rationalen ICH, das voller Angst ist und um Einlass in den RAUM, in das Selbst, in die Verschmelzung für einen Moment als Organismus bittet)

    diese Phase des Gruppenwachstums, der Annäherung kann irgendwann mal mit viel Übung in einer guten viertel Stunde ablaufen … zu Beginn dieser Wirbelkreise wird das mit 6-8 Personen eher ca. eine Stunde dauern

  5. dann kommt das gemeinsame TUN, die geistige Phase, diese vier Elemente lassen sich optimalerweise nämlich vor jedes Zusammenkommen von Menschen einfügen, also vor jeder Gemeinderatssitzung, vor jedem Team-Meeting, vor jedem WG-Abend, vor jedem Spieleabend, christlichem Hauskreis, politischer Initiative, Literaturzirkel, etc. etc. etc.
    (entspricht der Stufe 5, der Selbstachtung, dem erwachsenen Handeln)
  6. dann (ähnlich wie in Phase drei) eine Art Ritual: während drei spielerisch (entspricht der Kindheit) war ist jetzt die Reife des Alters gefragt. Es geht um Reflexion, haben wir als Gruppe gut zusammengewirkt?
    Möglichst sollten hier keine Worte verwendet werden, eher Methoden, die Körper-Feedback ermöglichen, was will mein Körper – das ist die schwierigste Phase, weil hier echt Reife (Selbstverwirklichung) gefragt ist.
    Hierfür gibt es noch wenig tools, wie kann der „Gruppenkörper“ reflektiert werden?
    (entspricht der Stufe 6, der Selbstverwirklichung, der Integration)
  7. dann die Ablösung, ein z.B. Blitzlicht, wo gehe ich hin, was nehme ich mit – eine Rückkopplung mit Phase 2 (meiner Bewegung/Wort/Klang) kann, aber muss nicht – ich habe hier den Raum, mich verbal zu verabschieden, wieder in Richtung zurück zum Individuum
    (entspricht der Stufe 7, der Ablösung)
  8. der Ausklang – ein Musikstück vom Band oder smartphone, eine gemeinsam gesummte Melodie – vielleicht auch wieder Stille.

die Phasen 6 bis 8 können in Zukunft in ca. 10 Minuten (insgesamt) – sodass im Vergleich zu bisher eine halbe Stunde „Thanatos“ dazu kommt zum Eros:-)

Phase 5 wird bereits in vielen Gruppen mit soziokratischen Elementen gestaltet – die Soziokratie wird sich durch die einbettenden Phasen verfeinern und noch organischer werden.