siehe mein erstes Buch

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*fragmente*

Ich bin ja grad frisch wieder „dahoam“ (daheim) und als ich merkte, dass es mir wieder besser ging, da dachte ich, hmh, krieg ich nun eine kleine Rente, und es geht mir gut, bin ein stabiler zufriedener Frührentner.
Dachte, ich könnte ja auch ein bisschen was TUN, so für die Allgemeinheit, was zurückgeben, meine Zufriedenheit teilen…
Kann gut mit Menschen, liebe essen und Lebensmittel, da dachte ich, könnte ich doch ein kleines Lädchen, so zwei Mal die Woche, so eine Art food-coop mit Cafe-Tischen in Geltendorf machen…
Tja, und dann entsteht Bindung, Erfolge stellen sich ein, ich mache weiter, obwohl ich vielleicht für etwas ganz anderes auf der Welt bin… Erfolge blenden. Bin froh und dankbar, dass ich davon noch nichts erzählt habe, alle hätten au ja gesagt, mach das – dann bist Du „verräumt“… tust was „sinnvolles“ – aber eben nicht meins.
Drum bin ich froh, dass ich sehr lange nachdenke, bevor ich Handlungsimpulsen folge. Sind sie echt? Aus welcher Quelle (Sehnsucht nach Anerkennung, auch „gut“ sein wollen, dazugehören wollen, etc.) werden sie gespeist.

Heute beim Zahnarzt (ein Brückenbauer, das was ich auch mal überlegt hatte, nur dass mein Zahnarzt mir eine ganz andere Brücke baut) hatte ich eine innere Schau: ich sah mich, spürte, das könnte es sein, das könnte echt meins sein.
Was bin ich jetzt froh, dass ich keinen kleinen Laden mit food-coop an der Backe hab:-)
Aber der Weg zu diesem Schau-Moment – der war lang, kalt und einsam.
Und mein Weg!

das Nicht-Tun
in den allermeisten Fällen ist Nicht-Tun RAUM-voller (im Gegensatz zu FORMvollendet):

  • bei jeder Handlung kann mensch sich fragen – ist sie wirklich nötig?
  • bei jedem Wort – ist es wirklich besser als schweigen?
  • bei dem Kauf (außer Nahrung…) – brauche ich es wirklich?

Kann ich mich in dieser hektischen Welt, in der alle und alles herumschwirrt, fürs Nicht-Tun, fürs Still-sein, fürs Zuhören, fürs einfach-sein-mit-dem-was-ist selbst liebhaben?

Kann ich abwarten, bis ich meinen eigenen wahren Wille kenne? Solange nichts-tun als still zu beobachten (ausgenommen der Dinge, die einfach getan werden müssen, die getan werden wollen – so wie Holzhacken zum Beispiel oder die Kinder versorgen oder abspülen oder den Müll raus bringen…)?

Liebe

Liebe ist eine Haltung dem Leben gegenüber – KEIN Gefühl, KEIN Glück – sondern eine echte Herausforderung in alles Belangen des Seins

statt (von außen) erkannt werden zu wollen

*

erkenne Dich selbst (von innen)

  • macht verletzlich, der liebende Mensch macht sich bewusst angreifbar, ja, er will verletzt werden, um daran (gemeinsam!) zu wachsen
  • ist die dauerhafte Bereitschaft, innerlich zu wachsen und sich zu verwandeln
  • entspringt aus der Gleichzeitigkeit von Hingabe (Bindung) und Beobachtung (Verfeinerung / Freiheit)
  • ist das verbindende Klingen zwischen RAUM und FORM
  • ist das Kurzwort für verbunden und frei
  • ist tu was Du willst für beide (oder mehrere) Partner gleichzeitig

Achtung: die romantische Liebe in unseren heutigen Zeiten der individuellen Lebensglück-Optimierung steckt voller Mutterbauch-Phantasien!

  • meine bessere Hälfte, bzw. mein erweitertes Ich
  • Du machst mich ganz, Du machst mich glücklich: ich brauche Dich …
  • Achtung: es gibt Dinge, die ein Mensch tatsächlich braucht.
    Liebe jedoch ist ein Geschenk.

Wenn die Liebesbeziehung eines Menschen zu einem anderen Menschen die wichtigste Beziehung ist, läuft mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas falsch. Es gibt drei Beziehungen „darüber“, die wichtiger (die Reihenfolge kann sich verändern) sind … und das wird oft vergessen:

  1. die Beziehung zum Unendlichen
  2. die Beziehung zu mir selbst als Mensch
  3. die Beziehung zu meiner innersten Aufgabe, der Grund warum ich hier bin

wenn diese drei Beziehung positiv besetzt sind und erfüllt gelebt werden können, dann muss der Partner eines Menschen keine Aufgaben übernehmen, für die er nicht gedacht ist in einer Liebesbeziehung… dann könnte das klappen mit der Liebe!
Wenn der Partner allerdings als Ersatz für eine der drei Grund-Beziehungen einspringen muss, im schlimmsten Fall gleich für alle drei, dann ist eine Liebes-Beziehung rasch überfordert…

Parameter zur Überprüfung der eigenen Haltung:

  • das innere Gefühl von Stimmigkeit
  • Gefühl von zur rechten Zeit, am rechten Platz mit den „rechten“ Menschen
  • kleine nette Zufälle im Alltag
  • abends zufrieden einschlafen
  • morgens gern aufstehen
  • angenehmes Gefühl beim Atmen
  • ein beweglicher Körper, der gerne tanzt, berührt und berührt wird
  • Kompetenzgefühl: ich kann das, was ich mir vorgenommen habe
  • Kohärenz: ich lebe stimmig
  • Subsistenz: ich trage das, was ich zum leben brauche, in mir…
  • und immer ein klein wenig rationalen Zweifel:-)

Kultur ist Todesleugnung (Wilber), d.h. Kultur dient der Angst-Abwehr
– feste Rituale z.B. dienen der Kontrolle (besser: fluide Gewohnheiten)
– die Welt (inkl. Krieg) wird zunehmend als Spiel (z.B. Fußball) kommentiert

Perspektiven

Ich bekomme, wenn ich mit Freunden und Bekannten meine Impulse „in die Mitte schubse“, um sie gemeinsam zu betrachten, folgende Rückmeldungen am häufigsten:

  • die jüngeren Menschen (so bis ca. 50 Jahren) sagen mir, das sei insgesamt ein super Ideenwerk, ja, eine Weltsicht, die in sich stimmig ist und funktionieren könnte.
    Aber wie bitte will ich den Übergang hinkriegen?
    Sie wären dabei, wenn alle anderen auch mitmachen. Sie haben keine Lust, Pioniere zu sein, aber sie versichern mir, wenn die Mehrheit mitmacht, dann sind sie dabei.
    Tja, der Übergang ist knifflig. Wer verzichtet schon gern auf Komfort, den mensch liebgewonnen hat, ja vielleicht sogar für unverzichtbar hält?
    Da habe ich noch keine Lösung, ich habe ja noch nicht einmal eine Handvoll Pioniere gefunden, die das mal einfach ausprobieren …
  • die älteren Menschen (jenseits der magischen 50er Grenze) geben mir auch oft das feedback, dass das tatsächlich die Zukunft sein könnte, die sie aber nicht mehr erleben werden.
    Sie hätten für den Wohlstand, den sie jetzt haben, so hart gearbeitet und auf so vieles verzichtet, der steht ihnen jetzt einfach mal zu. Sie nehmen sich einfach das heraus, was sie auch einbezahlt haben. Und die Welt // das System // die Umstände // etc. würde wahrscheinlich noch genau so lange halten, so lange sie leben. „nach mir die Sintflut“, oder „das gehe ich dann in meiner nächsten Inkarnation an“, sind nicht unernst gemeinte Aussagen!

Mir machen beide Gruppen Mut, ich fühle mich verstanden.
Die menschliche Trägheit nämlich kenne ich nur zu gut von mir selbst, da habe ich Mitgefühl mit den beiden beschriebenen Rückmeldungen.