Vergänglichkeits-Mut: ich bin nicht wichtig!!!

… der Juli scheint mein jährlicher Monat für das radikal ehrliche und kreative Offenlegen meiner Sackgassen zu sein (vor einem Jahr auch schon:-)?!

Diesmal sollte es ein Netzwerk-Bildungsprojekt werden, weil mir das mit der ISEG sowohl gefiel als auch selbst wirklich guttat:
überall selbstorganisierte Studiengemein des Ver-Lernens, des Leer-Werdens und so in der Gruppe seinen eigenen Weg zu sich selbst finden und sich dabei unterstützen. 

Natürlich beobachtete ich dabei ein „Wollen“, meinen Wunsch nach einer anderen Welt und sah das durchaus kritisch – in einigen Momenten.
Die meiste Zeit spürte ich tatsächlich, hey, das könnte genau Deine Aufgabe sein, ein bescheidener Frührentner, ohne finanzielle Interessen, der dieses tolle Bildungsprojekt wuppt – ich könnte ein Leerer sein:-)
Und so überholte ich jeden Tag mehr mich selbst – und verlor so meinen eigenen Kurs.

Ich wollte Gruppen inspirieren, aus dem „Gefängnis der eigenen Persönlichkeit“ auszubrechen und zementierte mich genau mit diesem Wunsch in meinem eigenen ein. Das kollektive Mantra des (spirituellen) Kapitalismus „Du bist wichtig!“ hatte mich voll im Griff und gleichzeitig kam ich mir in meinen Bemühungen selbstlos vor.

       

  • der eigene Heilungsweg in Verbundenheit als Beobachter-Gruppe höchst komplexer (eingefahrener) menschlichen Systeme
  • dadurch, dass wir den anderen kennenlernen, lernen wir uns selbst kennen und lernen, uns selbst kennenzulernen – je unterschiedlicher, desto besser … mit einem „Werkzeugkasten der Begegnungsmöglichkeiten“
  • Mensch sein, bedeutet „im Prozess“ sein hin zu „Mitgefühl und Vielfalt“
  • das „wahre“ Abenteuer ist im Inneren des Menschen … usw.

       

Ich wollte Impulsgeber und „Raumschaffer“ sein – eine Welt, die weniger verführt und mehr Selbsterkenntnis ermöglicht wäre eine andere: Menschen, die wissen, wer ich bin & was will durch mich in die Welt organisieren sich vielleicht ganz anders?
Ein Forschungs.Raum für Dialogkultur jenseits von Richtig und Falsch?! Mensch-Sein neu denken&fühlen – jenseits kulturell-kollektiv geprägter Grenzen: mit den Technologie-Milliardären ins Konzern-kritische Gespräch kommen?!
Ehrlich, es schüttelt mich beim Aufschreiben … entsprechend gut tut es, das als „Selbstbild“ aufzuschreiben!

Braucht es Länder? Vielleicht stattdessen ein solidarischer Wettbewerb der Regionen? Eine Art Ältesten-Weltrat – ehrlich gesagt kam mir immer wieder der Gedanke, wie unrealistisch das gerade in der aktuellen Zeit der Zersplitterung ist – und meine Antwort: je unrealistischer, desto besser, desto überraschender, das ist genau meins!

Das hängt vielleicht nicht nur mit kollektiven „mach das Beste aus Dir“-Einflüsterungen zusammen, sondern auch mit meiner wunderbaren Mutter, die als Primadonna von den „Brettern, die die Welt bedeuten stieg“ und dann mich bekam!
Eine bessere Mutter kann ich mir nicht vorstellen – und: ich bekam etwas Erfolgsdruck schon in der Muttermilch eingeflößt: „für mein Opfer, Dich auf die Welt zu bringen, wünsche ich Dir was Großes im Leben!“

Ganz gut gefällt mir jedoch meine neue Sichtweise als „zukünftiger Kompost“ – weniger individuelle Wichtigkeit – mehr Glaube an die Redundanz, den Überfluss der Natur: gibt es dadurch einen Angst-freien Raum in mir?

Zum Schluss: ich bin nicht wichtig, ich bin einzigartig!