Путешествие по Северной Германии – Auf Reisen in Nordeutschland

danke Lisa (siehe folgendes Bild)!

написать легко – so lässt es sich gut schreiben!

Я ищу место, где можно написать, где я могу остаться подольше.
Итак, я вернулся в Vethbachhof, где мне разрешили находиться год назад …

Ich suche einen Platz zum Schreiben, wo ich länger bleiben kann.
So bin ich wieder auf dem Vethbachhof, wo ich schon vor einem Jahr sein durfte…

            

Путешественник (Странник) неожиданно встречает утопическую общину «на краю света» и проводит там около года, потому что забавныйм образом влюбляется …

Worüber ich schreibe?
Ein Wanderer trifft unverhofft auf eine utopische Gemeinschaft „am Ende der Welt“ und verbringt dort ungefähr ein Jahr, weil er sich auf kuriose Art verliebt…

           

Писать можно также в походе по горам Гарц.
Сейчас я в Лейпциге на конференции «Утопия 2048 – будущее для всех».

Das Schreiben geht auch unterwegs bei einer Wanderung durch den Harz.
Nun bin ich in Leipzig zum Kongress Utopie 2048 – Zukunft für alle.

           

Для меня Лейпциг – интересный, оживленный город.
Я открыл для себя хорошие места.

Leipzig ist für mich eine spannende lebendige Stadt.
Ich entdeckte nette Orte.

           

Auf verschlungenen Pfaden landete ich in Bad Harzburg im West-Harz und machte mich von dort auf, zu Fuß den Harz Richtung Osten zu durchqueren. Ich wanderte wieder … über den Brocken, meist querbeet auf eigenen waldigen Wegen fand ich Schutzhütten, ein Vordach und manchmal einfach nur eine Waldwiese zum Übernachten.
Nach ein paar Tagen landete ich in Friedrichsbrunn im Ostharz. Und dort fand ich durch die nette Vermittlung eines Einheimischen tatsächlich eine kleine Pension für zwei Tage – der Harz war nämlich im Corona-Sommer 2020 komplett ausgebucht!
Wenn ich mich bislang wohl gefühlt hatte, begann in Friedrichsbrunn das innere Spüren zum richtigen Zeitpunkt am rechten Platz zu sein. Nette Begegnungen und Gespräche häuften sich, ich wanderte weniger und blieb immer länger an netten Plätzen, wurde eingeladen und konnte mich nützlich machen, half hier und dort mit, traf Menschen wieder, wurde weitergereicht und landete dann bei einem Harz-Kenner, der mich noch mehr Menschen bekannt machte.
Ich fühlte mich wieder wie letztes Jahr in Russland … und holla: mein ursprünglicher Plan war es doch gewesen, mir im Osten Deutschlands was Neues zu suchen! Ein Abstecher für eine gute Woche nach Leipzig zu einem Utopie-Kongress verstärkte bei der Rückkehr mein Gefühl: der Harz hat was – und dann lud mich eine kleine Gemeinschaft ein, ab 2021 zur Probe zu ihnen zu ziehen!

           

Und dann – mitten im wohligen Ankommensglück im Harz – entglitt mir mein Smartphone und ich machte eine ganz neue Erfahrung: unterwegs sein wie vor 35 Jahren, als es noch keine mobile Kommunikation gab.
Ich fühlte mich wie ausgeschlossen – einsam, verlassen, ohne Möglichkeit Kontakt aufzunehmen oder angerufen oder angeschrieben zu werden – und ohne SMS, ohne Landkarte, ohne Fotoapparat, ohne Russisch-Wörterbuch, ohne soziale Medien, ohne Sprachrekorder für die gesprochenen Notizen für mein Schreiben, ohne Notizbuch, ohne Kalender, ohne Bankverbindung, ohne Fotoalbum inklusiv der vielen Infos, die ich einfach abfotografiert hatte unterwegs. Ohne, ohne, ohne … ich fühlte mich, wie wenn ich einen wichtigen Teil meiner selbst verloren hätte.
Ich war nun ungeschützter und bedürftiger, konnte mich ohne fremde Hilfe nicht mehr selbst organisieren … und überlegte ernsthaft, früher … heim – stopp, wohin, heim, wo ist das denn jetzt? Also ich überlegte, nach Augsburg in meinen Keller zu fahren, um dort die Technik wieder hinzukriegen. Und dann dachte ich, in Russland hast Du damit gerechnet, dass so etwas passiert und warst besser abgesichert. Jetzt hast Du Dich in vielen Bereichen daran gewöhnt, ein Smartphone zu benutzen und jetzt wirst Du hier in Deutschland eine spannende Erfahrung machen: unterwegs sein ohne digitales Endgerät.
Eine echte Umstellung: Zettelwirtschaft und komplexes Beschaffen von Informationen statt digitales Chaos und Informationsüberfluss. Der Vergleich mit einem Außerirdischen trifft es ganz gut: ich war gefühlt weit und breit der Einzige ohne Handy.
Über google konnte ich die wichtigsten Kontakte in mein analoges Notizbuch übertragen. Aber was würden all die Leute sagen, die mir jetzt bestimmt gerade ganz wichtige liebevolle und nette whatsapp-Nachrichten geschickt hatten? Und wie würde es mir selbst ergehen ohne all die Kontaktmöglichkeiten? Hand aufs Herz, nach ein paar Tagen im Wald war ich immer richtig heiß auf WLAN oder Internet, um meine Kontakte zu pflegen. Aber eigentlich so richtig befriedigt hatten mich diese sozialen Netzwerk-Kontakte schon lange nicht mehr. Einerseits war ich fast süchtig danach und andererseits ließ es mich doch oft innerlich unbefriedigt.
Erfahrung eins: ohne Smartphone waren die Kontakte, die ich gerade in echt, also analog hatte, intensiver. Zumindest für mich, ich bekam nämlich keine Nachrichten und Informationen mehr zusätzlich zugesandt, während ich bei Menschen zu Gast war. Ich fühlte mich präsenter, meine Gedanken waren zentrierter. Ich hatte nichts anderes als den direkten Kontakt.
Erfahrung zwei: in der Natur wurde es magisch. Bislang waren Bäume für mich durchaus lebendige Wesen gewesen, die ich gerne und oft umarmte. Aber jetzt brauchte ich sie als Antennen und Sender. Ich habe das Gefühl, dass ich über die Bäume Botschaften aufnehmen und versenden kann, ich weiß noch nichts genaues, aber allein das Gefühl, dass da was gehen könnte, macht mich dankbar, für den schmerzhaften Verlust. Bäume sind stärkere Antennen als wir Menschen, dafür können wir Menschen besser senden? Ich konnte Bäume umarmend in Bildern baden, fühlte mich verbunden!
Erfahrung drei: ich minimiere nun bewusst meine online-Zeiten. Ich halte es online kaum mehr aus. Ich surfe kaum mehr, ich kann so viel Informationen gar nicht mehr in so kurzer Zeit aufnehmen. Ich lese auch keine Zeitungen mehr. Was wichtig ist, erreicht mich. Dafür ist meine Atmung etwas tiefer und der Plan, wohin mit mir, was tun, klärt sich Schritt für Schritt. Ich vermisse allerdings einige zwischenmenschliche Kontakte schmerzhaft, die ich vorher per messenger-Sprachnachrichten geführt hatte.
Und ich finde es anstrengend, wieder mal ganz anders zu sein. Menschen, die ich mag, können mich nicht mehr auf den gewohnten Wegen erreichen. Am Anfang fühlte ich mich abgeschnitten. Dann fühlte ich mich besser verbunden mit etwas, das ich immer noch nicht gut in Worte fassen kann.
Inzwischen (Anfang Oktober 2020) habe ich wieder ein (altes) Smartphone und gleichzeitg versuche ich, meine Kommunikationsmöglichkeiten umzustellen: ich möchte wieder Briefe schreiben. Telefonieren. Und persönlich treffen. Und dieses Baumnetzwerk erforschen…

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