из Аугсбурга – aus Augsburg

Я провел три недели здесь, в Аугсбурге, полностью в постели.
Там не было ничего – депрессия, глубокая черная дыра, взлетела высоко, далеко путешествовал и глубоко упал … ни слова не выучил русский …
Ни отец, ни сломленная семья, ни большая любовь не смогли, не могли работать. Ничего больше, что удерживало меня, все под вопросом …

Ich hab hier in Augsburg drei Wochen komplett im Bett verbracht.
Es ging nichts mehr – Depression, tiefes schwarzes Loch, hoch geflogen, weit gereist und tief gefallen … kein Wort Russisch gelernt …
In Augsburg erwarteten alle meine alten Sachen, bloß hatte „vergessen“, dass hier auch einiges an ungelebter Trauer noch auf mich wartet.
Keinen Vater, Familie zerbrochen, große Liebe gescheitert, erwerbsunfähig.
Nichts mehr was mich hielt, alles in Frage …

Я хотел немедленно двигаться дальше, но Бог хотел этого по-другому.
Он послал мне раненое (замерзшее) плечо, я едва мог двигать правой рукой, не мог нести рюкзак, каким бы легким он ни был.
Я поссорился с этим больше всего. Во время ходьбы, находясь в дороге, я нашел, казалось бы, устойчивый баланс с собой, каждый день был новым, иногда лучше, иногда меньше, но я был в состоянии действовать. А Россия, страна, в которую я влюбился, надоела мне.

Ich wäre am liebsten sofort weiter gewandert, aber Gott wollte es anders.
Er schickte mir eine verletzte (frozen) Schulter, ich konnte meinen rechten Arm kaum mehr bewegen, konnte keinen Rucksack mehr tragen, sei er auch noch so leicht.
Damit haderte ich am meisten. Hatte ich im Wandern, im Unterwegs-Sein doch ein scheinbar stabiles Gleichgewicht mit mir selbst gefunden, jeder Tag war neu, mal besser, mal weniger, aber ich blieb handlungsfähig.
Und Russland, das Land in das ich mich verliebt habe, trug mich.

Конечно. Я был влюблен, я танцевал больше, чем я бродил …
Я снова и снова ощущал депрессию, хотел ее избежать, испытал удачу влюбленных, не разбивая женское сердце …
И Бог дал мне испытать это глубокое счастье, а затем он призвал меня домой, чтобы скорбеть. Из-за четырех больших потерь … так много потерянных.

Klar. Ich war ja verliebt, ich tanzte mehr als dass ich wanderte…
Ich spürte immer wieder die Depression, wollte ihr ausweichen, erlebte das Glück des frisch verliebten Lovers, ohne ein weibliches Herz zu brechen …
Und Gott ließ mich dieses tiefe Glück erleben und dann rief er mich heim, um zu trauern. Um vier große Verluste … so viel verloren.

Ну а потом я упал.
Три дня я была психиатром, потому что моя психика была настолько черной, что я начала бояться себя.
Я спас очень сильные лекарства моего отца вместо того, чтобы вернуть их в аптеку. Этого было бы достаточно …
Через десять дней я смог передать эти наркотики моему социальному работнику здесь, в Аугсбурге, и почувствовал … поэтому я не хочу покидать это измерение, так что нет.

Naja, und dann fiel ich.
Drei Tage war ich stationär in der Psychiatrie, weil meine Psyche so schwarz war, dass ich mich vor mir selbst zu fürchten begann.
Ich hatte sehr starke Medikamente meines Vaters aufgehoben, anstatt sie in der Apotheke zurückzugeben. Das hätte gereicht …
Nach zehn Tagen konnte ich diese Betäubungsmittel meinem Sozialbetreuer hier in Augsburg übergeben und spürte … so möchte ich nicht diese Dimension verlassen, so nicht.

После этого я не знал, что со мной делать.
Примерно так же мало, как врачи в психиатрии знали, как начать со мной. Каждый день я думал, где это было со мной? В гостевой комнате моего хорошего подруга я не мог прятаться вечно.
Я жаждал нейтрального места в стабильных людях, где я снова могу найти себя, место для людей в состоянии потрясений, которое принимает меня таким, какой я есть, которое позволяет мне быть таким, как я …

Danach wusste ich aber gar nichts mit mir anzufangen.
Ungefähr so wenig, wie die Ärzte in der Psychiatrie mit mir anzufangen wussten. Jeden Tag dachte ich, wohin bloß mit mir?
In dem Gästezimmer meiner guten Freundin konnte ich mich nicht ewig verkriechen.
Ich sehnte mich nach einem neutralen Ort bei lieben stabilen Menschen, wo ich wieder zu mir finden kann, ein Ort für Menschen in Umbruchssituation, der mich nimmt, wie ich bin, der mich lässt, wie ich bin …

Около часа назад я купил билет на поезд до Вердена-на-Аллере (около Бремена).
Там живет одна подруга из студенческих времен со своей семьей, даже тогда особенная женщина.
Мы не виделись целую вечность, но она пригласила меня, когда я был в Латвии …
И теперь я просто принимаю это очень открытое приглашение («Ты можешь приходить к нам так долго, как захотите»).

Спасибо Сара!

Vor ca. einer Stunde habe ich ein Bahn-Ticket nach Verden an der Aller (bei Bremen) gekauft. Dort wohnt eine Studienkollegin mit ihrer Familie, schon damals eine besondere Frau. Wir haben uns ewig nicht gesehen, aber sie hatte mich eingeladen, als ich Lettland war …
Und nun nehme ich diese sehr offene Einladung („Du kannst einfach zu uns kommen, so lange wie Du willst“) einfach mal an.

Danke, Sahrah!

п.с.
Все люди, которые 
хотели меня говорят, общаются, встречаются, приглашают, слышат, видят, чувствуют – извините.
Я не мог, не по-русски, не по-немецки.
Это просто не могло сработать, слова были похожи на жернова, я был очень гиперчувствителен, быстро агрессивен, болел еще быстрее, поэтому я полностью отступил, возможно, чтобы защитить себя, возможно, чтобы защитить вас от меня.

ps
All die Menschen, die mich sprechen, kontaktieren, treffen, einladen, hören, sehen, fühlen wollten – sorry.
Ich konnte nicht, nicht auf Russisch, nicht auf Deutsch.
Es ging einfach nicht, Worte fühlten sich wie Mühlsteine an, ich war/bin total überempfindlich, schnell aggressiv, noch schneller verletzt, deswegen habe ich mich total zurückgezogen, vielleicht um mich selbst zu schützen, auch vielleicht um Euch vor mir zu schützen.

Я не мог говорить, не писать, я больше ничего не чувствовал. Пожалуйста, не вините меня, это часть моего состояния, которое принадлежит мне.
Это не должно быть скулить, скорее инструкция по эксплуатации.
Потому что теперь я знаю две вещи: наступит следующий кризис
и
я (вероятно) снова забуду, что наступит следующий кризис, что кризисы принадлежат мне …

Ich konnte nicht sprechen, nicht schreiben, ich fühlte nichts mehr.
Bitte nehmt mir das nicht übel, es ist Teil meiner Erkrankung, die zu mir gehört.
Dies soll kein Jammern sein, eher eine Gebrauchsanweisung.
Denn jetzt weiß ich zweierlei: die nächste Krise wird kommen
und
ich werde (wahrscheinlich) wieder vergessen, dass die nächste Krise kommen wird, dass Krisen zu mir dazu gehören …

Я особенно благодарен моему социальному работнику и моему старому подругу здесь в Аугсбурге, который оказал мне поддержку и защиту.

Спасибо всем, кто терпит мою честность и продолжает читать.
Эта честность помогает мне принять себя таким, какой я есть на самом деле, потому что я всегда чувствую себя совсем по-другому …
Мое желание: что-то среднее между героем и червем! 

Ich danke ganz besonders meinem Sozialbetreuer und meiner alten Freundin hier in Augsburg, die mir Halt und Schutz geben konnten.

Danke an alle, die meine Ehrlichkeit aushalten und weiter lesen.
Diese Ehrlichkeit hilft mir, mich selbst so anzunehmen wie ich wirklich bin, weil ich mich ja immer wieder sehr unterschiedlich fühle …
Mein Wunsch: irgendwas in der Mitte zwischen Held und Wurm!

Inzwischen bin ich angekommen in Südkampen (nahe Verden an der Aller)

Wenn ich so an Beiträge (und nur auf Deutsch) dranschreibe (wie aus Thüringen), dann lesen das vielleicht nicht so viele, denn oft schreibe ich hier „peinliches“. Doch warum bin ich mir selbst peinlich?

Ich bin bipolar, lebe die eine Hälfte meines Lebens voll Power, die andere Hälfte verbringe ich im Bett (überspitzt dargestellt). Dadurch, dass ich mir das selbst noch nicht so richtig eingestanden habe (mangelnde Krankheitseinsicht), fällt mir das oft selbst nicht auf und ich erwecke in meiner Umgebung etwas „heldenhaftes“. Weil ich den horizontalen Rest gern verstecke, verschweige…
Wenn ich das hier „zugebe“, hat das für mich was Ewiges (das Netz vergisst nicht) … und das schreibe ich vor allem für mich selbst. Wenn ich dann neue Leute zu blenden versuche (in den Powerphasen), hoffe ich zukünftig auf Antworten wie „aber hast Du nicht geschrieben, dass…“ und am meisten hoffe ich, dass diese Antworten dann zukünftig in mir selbst entstehen.

Hier passiert schon was Wunderbares grad, vielleicht komme ich mir selbst eine Stufe tiefer auf die Schliche. Nach meinem „Einbruch“ (meiner aktuellen Depression) würde ich normalerweise den nächsten Höhenflug starten, usw…
Gestern meinte der kluge Sohn von Sahrah, vielleicht brauche ich einfach mal ein bisschen BEDENKZEIT?
In diesem Sinne fange ich an, meine Depression, meinen Totalrückzug, mir nicht dauernd vorzuwerfen, sondern zu akzeptieren und ganz manchmal sogar ein bisschen zu genießen!
Vielleicht ist es nach zehn Monaten unterwegs wirklich ne feine Sache mal ein paar Wochen im Bett zu verbringen, nicht beim ersten Impuls aufzuspringen und die nächste Bauchidee einfach umzusetzen, sondern mit einfach ein wenig BEDENKZEIT zu gönnen!